Editionen in Arbeit

Eusebius von Caesarea: Kommentar zu den Psalmen 

(Ps 1-50: Barbara Villani, Ps 51-100: Cordula Bandt, Ps 101-150: Franz-Xaver Risch, Berlin)

Der umfangreiche Psalmenkommentar ist das letzte bedeutende Werk des Eusebius, das noch nicht in einer modernen kritischen Edition vorliegt. Der Grund dafür liegt besonders in den Schwierigkeiten der Handschriftentraditionen: Lediglich der Mittelteil (Ps 51-95) ist direkt in einer einzigen Handschrift (Paris. Coisl. 44) überliefert, der größte Teil ist nur fragmentarisch in Katenen erhalten, was intensive Untersuchungen zur Echtheitsfrage mit sich bringt. Die Edition wird von drei Mitarbeitern, die je für einen Drittel des Psalters verantwortlich sind, bearbeitet.

 

 

Theodoret von Cyrrhus: Danielkommentar

(Christian-Friedrich Collatz, i. R., Berlin)

Der in zehn Büchern konzipierte Danielkommentar veranschaulicht besonders gut die Auslegungsmethode Theodorets, der geschickt die sorgfältige Interpretation des konkreten Textsinnes auf der historischen Bedeutungsebene mit der des übertragenen Sinns verbindet. Dieses Werk, das bis heute lediglich in der Edition von Johann Ludwig Schulze (1769-1774), die in der Patrologia Graeca reproduziert worden ist, vorliegt, wird im Rahmen des Projektes gegenwärtig für eine kritische Edition aufbereitet.

 

Severian von Gabala: Homilienwerk

(Annette von Stockhausen)

Das Homilienwerk des Severian, eines ambitionierten Predigers und Verfechters der antiochenischen Exegese, ist erst durch die kritische Text- und Liturgieforschung des 20. Jahrhunderts in seinem wirklichen Umfang sichtbar geworden. Unter Verwedung von Vorarbeiten, die in den 80er Jahren in Amsterdam und Aarhus in Angriff genommen, aber nicht weitergeführt worden sind, soll das Homilienwerk, das z.T. noch völlig ungedruckt und z.T. nur in vormodernen Drucken des 17. bzw. 18. Jahrhunderts vorliegt, erstmals in einer verläßlichen Ausgabe zugänglich gemacht werden. Die Edition soll von zwei Mitarbeitenden erstellt werden, wobei mit der Arbeit gestaffelt begonnen wird.

Cyrill von Alexandrien: Contra Iulianum

(Christoph Riedweg, Zürich, Wolfram Kinzig, Bonn)

Die von einem internationalen Editorenteam erarbeitete große kritische Edition der (nur teilweise erhaltenen) Schrift des alexandrinischen Bischofs Cyrill von Alexandrien stellt einen zentralen apologetischen Text der Spätantike erstmals in einer zuverlässigen Edition zur Verfügung. Cyrill versucht in dem Werk die Schrift "Gegen die Galiläer" des Kaisers Julian zu widerlegen, zitiert aber darüber hinaus auch viele andere antike Autoren. Cyrills Schrift ist nicht nur ein höchst interessantes Zeugnis der Kontroverse zwischen Heidentum und Christentum und der intellektuellen Atmosphäre im Alexandrien der Spätantike, sondern auch eine wichtige Quelle für ansonsten verlorene Werke. Das Werk ist jüngst im Druck als GCS NF 20.21 erschienen.

 

Gelasios von Kaisareia (4. Jh.): Rekonstruktion seiner „Kirchengeschichte“ (CPG 3521)

(Martin Wallraff, Basel)

Die Kirchengeschichte des Gelasius von Kaisareia (gest. ca 395) wurde als Fortsetzung des ersten Kirchengeschichtlichen Werkes des Eusebius von Kaisareia angedacht und deckte die Regierungszeit Konstantins und seiner Nachfolder bis Jovian ab. Für nachfolgende Kirchengeschichtschreiber und Hagiographen wurde Gelasius also zu einer Schatzgrube wichtiger Überlieferungen und Sachinformationen. Das Editionsprojekt nimmt sich vor, die erhaltenen Gelasius-Fragmente kritisch zu edieren und sie mit einer englischen Übersetzung dem Leser zugänglich zu machen.

München Clm 17092, fol. 130 ᵛ

München Clm 17092, fol. 130 ᵛ

Origenes: Homilien zum ersten Korintherbrief

(Christoph Markschies, Berlin)

In einer schmal bezeugten Handschriftengruppe von byzantinischen Katenen-Kommentaren zu den Paulusbriefen sind über hundert, z.T. längere Fragmente aus Predigten überliefert, die der erste christliche Universalgelehrte Origenes im ersten Drittel des dritten Jahrhunderts einer christlichen Hausgemeinde in der palästinischen Hafenstadt Caesarea gehalten hat. Die bislang nur unzureichend edierten Texte sind ein zentraler Beleg für die paulinisch geprägte Theologie des Origenes, seine Bibelauslegung für eine konkrete Gemeinde und geben interessante Einblicke in seine Predigtpraxis. Die erstellte Edition wird gegenwärtig revidiert und für den Druck vorbereitet

 

Origenes: Über das Pascha

(Harald Buchinger, Regensburg)

Im Papyrusfund von Tura aus dem Jahre 1941 waren Reste eines dem Origenes zugeschriebenen Textes unter dem Titel "Über das Pascha" enthalten, die erst 1979 vollständig publiziert wurden. In den zurückliegenden Jahren wurden so viele Beiträge zu Text wie Inhalt dieser Predigten vorgelegt, dass eine Neuausgabe im Rahmen der Origenes-Werke in den GCS dringend geworden ist. Der Editor hat auch schon eine umfangreiche Monographie zu diesem Werk vorgelegt (IThS 64, 2005).

 

Procopius von Gaza: Heptateuchkommentar aus der sog. Oktateuchkatene

(Karin Metzler, Berlin)

Zur Zeit des Prokop von Gaza (5./6. Jh.) war das Werk der „Kirchenväter“ die maßgebliche Theologie; man stellte ihre (durchaus auch widersprüchlichen) Auslegungen zu homiletischen Handbüchern, den Katenen, zusammen. Dabei benutzte man Werke, die als ganze heute verloren sind, sei es durch die Ungunst der Überlieferung, sei es durch die Verdächtigung ihres Autors als Häretiker. Daher ist eine Edition des Kommentarwerkes von Prokop von Gaza ein dringendes Desiderat. Die Bearbeitung der Katene zu Genesis ist bereits abgeschlossen und kürzlich publiziert worden (Prokop von Gaza, Eclogarum in libros historicos Veteris Testamenti epitome, Teil 1: Der Genesiskommentar,hrsg. von Karin Metzler, GCS NF 22, Berlin 2015; sowie: Prokop von Gaza, Der Genesiskommentar. Aus den "Eclogarum in libros historicos Veteris Testamenti epitome", übersetzt und  mit Anmerkungen versehen von Karin Metzler, GCS NF 23, Berlin 2016).

Zur Zeit bearbeitet Karin Metzler die Texte zu Exodus.